trigger.warnung – zwischen heilungs.potential und re.traumatisierung

die sogenannten trigger sind aktivierungen. etwas beginnt sich in Dir zu bewegen.
& ja – es ist eine (momentane) grenze. und auch ja: Du darfst hinschauen.

es geht dabei weniger darum, Dich zu optimieren oder zu analysieren, was Du „besser machen“ solltest oder wo noch etwas ungelöst ist.

sondern viel mehr darum zu lernen,
✨ was du brauchst
✨ wie Du damit umgehen kannst.
✨ und wie Du damit umgehen möchtest.

ausgelöste trigger bedeuten nicht automatisch heilung. oft sind sie re.aktivierungen alter erfahrungen, manchmal sogar re.traumatisierungen.

heilungs.potenzial entsteht erst dann, wenn Deine grenzen im moment der aktivierung
von Dir selbst und von anderen ernst genommen werden.

wenn das, was dahinter liegt (nicht der auslöser, sondern die ursache) leise ins bewusstsein kommen darf und in sicherer verbindung Dir selbst & in beziehung ausdruck findet.

ich sehe trigger (aktivierungen) als eine möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen.
zu verstehen, was ich brauche. und gleichzeitig meine grenzen wahrzunehmen.

und ja: das darf sich im laufe der zeit verändern.

in „sicheren“ verbindungen können auslöser und damit trigger (aktivierungen) weniger werden. nicht, weil alles verstanden oder aufgearbeitet ist, sondern weil Du die möglichkeit hast, Dir selbst ohne drama näherzukommen.

trigger zeigen Dir also nicht zwangsläufig, was du noch „lösen“ musst. sie zeigen Dir zuallererst, was gerade in Dir lebendig ist.

und statt es gleich lösen zu wollen, darfst Du einfach mal hinspüren & herausfinden:

  • was brauche ich?
  • wen brauche ich? (brauche ich co.regulation oder „schaffe“ ich es alleine?)
  • wie brauche ich es?

ein beispiel:
situation:
Du sprichst etwas an, das für Dich unangenehm ist. z.B.: „ich fühl mich in letzter zeit allein mit …“

Dein:e partner:in wird still. schaut weg. zieht sich zurück.
antwortet knapp oder gar nicht.

aktivierung (trigger) in Dir:
plötzlich wird Dein körper eng. Dein brustraum zieht sich zusammen. Dein atem wird flacher. gedanken wie: „ich bin zu viel.“, „ich werde eh nicht gehört.“, „jetzt ist die verbindung weg.“ (spoiler: unser verstand kreiert gerne geschichten)

das ist der trigger. nicht das verhalten an sich, sondern das, was es in Dir auslöst. (alte geschichten, erfahrungen, programmierungen)

was oft passiert (automatisch):
Du wirst lauter. oder erklärst noch mehr. oder ziehst Dich selbst zurück. oder gehst in anpassung.
→ das nervensystem sucht verzweifelt verbindung oder besser gesagt: sicherheit. und es reagiert exakt genau so, wie schon so oft in Deinem leben & drama wird kreiert. 

was hier heilsam sein kann (im moment selbst):
innehalten. atmen. innerlich wahrnehmen: „ok. hier ist gerade eine grenze.“ nicht weiter erklären. nicht kämpfen. nicht lösen wollen. vielleicht sagst Du nur: „ich merke, dass ich gerade dicht werde. ich brauche kurz zeit für mich.“

nach dem drama (später, in ruhe):
Du: „als Du vorhin still geworden bist, hat sich in mir etwas zusammengezogen. es hat sich angefühlt wie alleine sein. ich brauche in solchen momenten ein zeichen von verbindung. z.B. ein nicken, eine berührung, oder ein ‚ich bin da, ich brauch nur kurz zeit‘. was kannst Du geben?“ kein vorwurf. keine analyse. nur DEINE innere realität.

er:sie (prozess): darf selbst erforschen, was in ihm:ihr passiert: überforderung? schutz? alte muster? … und herausfinden: „was brauche ich, wenn es mir zu viel wird, ohne verbindung abzubrechen?“

das ist der shift:
der trigger wird nicht zum kampf. nicht zur optimierung. sondern zur information.

nicht: „was stimmt mit mir (oder Dir) nicht?“

sondern: „was ist hier gerade lebendig & wie können wir damit in verbindung bleiben?“

dann kann begegnung entstehen. ehrlich. weich. echt.

✨wenn Du magst, spür heute einmal bei einem trigger nach: nicht warum er da ist, sondern was Du jetzt brauchst.

p.s.: 
trigger können positiv & negativ sein. um der konnotierten bedeutung entgegenzuwirken sind trigger nicht immer „negativ“, es sind einfach aktivierung, die in dir passieren, das kann genau so gut freude sein!